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Zur Person des Therapeuten und Trainers Siegfried Hoffmann, St. Wendel

Ich bin Jahrgang 1945. Geboren in der Stadt Brandenburg/Havel, aber aufgewachsen auf einem Landwirtschaftlichen Anwesen im Hunsrück, im Raum Wadern. Ursprünglich sollte ich als Landwirt den elterlichen Betrieb übernehmen und machte deshalb auf einem staatlich anerkannten Lehrbetrieb eine Berufsausbildung nach dem Berufsbild "Landwirt".

Diese Berufswahl erwies sich als falsch. Es zog mich zum kranken Menschen. So ging ich nach meiner Volljährigkeit, damals mit 21, in ein Krankenhaus und begann dort eine zweite Berufsausbildung als Krankenpfleger. Diese schloss ich mit dem Großen Staatsexamen erfolgreich ab und arbeitete etwa 10 Jahre in diesem Beruf. Weil die Krankenhaustätigkeit aber auf Dauer auch nicht meinen Idealen entsprach, machte ich mich 1975 als Heilpraktiker selbständig. Mein Arbeitsschwerpunkt war dort über ca. 15 Jahre hin die Naturheilkunde mit dem Spezialgebiet Neuraltherapie.

In diesem Arbeitsbereich fühlte ich mich überaus wohl und hatte auch entsprechenden Erfolg, bis es 1982 zu einer verheerenden Krise kam. Ohne jede Vorwarnung und auch ohne jeden damals erkennbaren Grund riß der Patientenzulauf ab. Ich musste hilflos zuschauen, wie mir ein Fell nach dem anderen wegschwamm, bis dieser verzweifelte Kampf um meine Existenzgrundlage in einem kompletten wirtschaftlichen Zusammenbruch ein Ende fand.

Weil es unmöglich war, einen realen Grund für dieses Geschehen ausfindig zu machen, war es mir auch unmöglich, irgend etwas zu tun, um dem entgegen zu steuern oder gar diese Krise zu überwinden. Selbst der Versuch, durch Umschulung zum Industriekaufmann den Beruf erneut zu wechseln, war vergeblich. Zwar schloss ich diese Ausbildung mit einer eins ab, doch als es ans Geldverdienen ging, war ich weiterhin vom Pech verfolgt. Dennoch hatte diese Umschulung etwas Gutes. Ich konnte mir fundierte Kenntnisse in der BWL erwerben, was mir heute, wo ich auch in Betrieben als Supervisor tätig bin, mehr Vorteile verschafft, als ich damals geahnt hätte.

Die Wende

Die Befreiung aus diesem quälenden Zustand, der inzwischen schon Jahre lang angehalten hatte und kaum noch Hoffnung auf ein Ende zuließ, erfolgte schlagartig, unerwartet und exotisch. Auslöser war eine ganz bestimmte Erkenntnis, die rein psychotherapeutisch erarbeitet wurde. Ich machte nämlich Bekanntschaft mit einer Form der Reinkarnationstherapie, die ungewöhnlicherweise keinen esoterischen Hintergrund hat, sondern eine rein pragmatische Vorgehensweise darstellt. Diese Therapieform benötigt auch keinen Vorschuss an Glauben an die Reinkarnation. Blinder Glaube, sowie meditative Dämmer- und hypnotische Trancezustände sind sogar ausdrücklich unerwünscht. Ebenso psychedelische Musik oder gar sogenannte bewusstseinserweiternde Drogen und Psychopharmaka. Die Rückführungen, sofern überhaupt solche erforderlich sind, erfolgen ausschließlich in vollem Wachzustand.

Mehr einem inneren Impetus als rationellen Überlegungen folgend ließ ich mich auf diese Therapie ein. Bereits wenige Wochen nach jener erlösenden Erkenntnis zeigten sich klare Fakten, wozu auch die Umsatzzahlen gehörten, die bewiesen, dass die Krise endlich überwunden war.

Völlig neues Weltbild

Dieses Erleben stellte mein bisheriges Weltbild komplett auf den Kopf. Bisher hatte ich nach dem christlichen Gedankengut gelebt, in dem ich auch aufgewachsen bin. Gemäß diesem suchte ich stets mein Heil im Glauben an die guten und bösen höheren Mächte. Jegliches Unglück hielt ich für die Folge unguter negativer Gedanken und mangelndem Gottvertrauen. Mein bisheriges Credo war das Positive Denken und das Gebet, das ja auch bei genauerer Betrachtung ebenfalls nur eine Form des Positiven Denkens ist.

Inzwischen war aber dieser Glaube infolge der jahrelang anhaltenden unmöglichen und quälenden Lebenssituation doch ganz erheblich geschwächt. Meine Zweifel, ob dieser Weg des Glaubens, des Positiven Denkens und des Loslassens und Vertrauens auch wirklich der Richtige sei, wurden statt dessen immer größer und drängender und nahmen um so mehr zu, je mehr ich gezwungen war, auf der Stelle zu treten.

Doch diese erlösende Erkenntnis hob sowohl diesen Glauben, als auch diese immer quälender werdenden Zweifel auf. An ihre Stelle trat die herrlich befreiende Gewissheit: Es gibt kein Glück, es gibt kein Pech, es gibt keine guten und bösen Mächte, keine Schwarze und Weiße Magie, es gibt nur eine einzige Schöpferkraft, und die ist nur göttlich, nie teuflisch.

Doch tut sie nicht automatisch immer gut. Sie ist wie das Feuer, das wohl im Winter unser Haus wärmen, unser Auto zum Fahren bringen oder uns befähigen kann, Eisen zu schmieden. Doch ein und dasselbe Feuer ist auch in der Lage, uns Haus und Hof und uns selbst mit dazu zu vernichten, je nachdem wie wir damit hantieren. Ob das Feuer für uns zum Segen oder zum Fluch wird, ist keine Frage von Gut und Böse, sondern einzig und allein eine Frage, ob wir die Herrschaft darüber haben und es lenken können oder ob wir uns ihm stupide und ohnmächtig ausliefern.

Exakt so verhält es sich mit unserer Schöpferkraft, die das Göttliche in uns gelegt hat. Ob sie sich zu unserem Segen oder zu unserem Verderben manifestiert, ist keine Frage von Engeln und Teufeln, sondern ist allein unser Ding. Mögen wir dies nun wahrhaben wollen oder nicht. So wie es beim Feuer darauf ankommt wie wir damit hantieren, kommt es auch bei unserer Schöpferkraft darauf an, wie wir damit umgehen. Ob sie bei dem einen dafür sorgt, dass bei ihm finanziell alles rund läuft oder ob ein anderer ewig um sein Geld und überhaupt um seine Existenz ringen muss; ob bei dem einen seine Beziehungen meist Kraftquellen sind, während ein anderer immer nur ausgenutzt wird; ob der eine sich lebenslanger Gesundheit erfreut oder ein anderer bereits herzkrank zur Welt kommt, ist, wie oben am Beispiel Feuer erklärt, lediglich eine Frage, in wie weit wir in der Lage sind, unsere Schöpferkraft dorthin zu lenken, wo sie zu unserem Glück wirken muss.

Ganz neues therapeutisches Terrain

Mit diesem neuen Weltbild tat sich für mich ein völlig neues und ungleich weiteres Arbeits- und Aktionsfeld als Heilpraktiker auf. Längst geht es mir nicht mehr darum, Kopfweh, Bauchweh, Kreuzweh und sonstiges Weh zu behandeln. Die klassische Naturheilkunde hat längst die Bedeutung für mich verloren. Mein Arbeitsschwerpunkt beschäftigt sich vielmehr mit der Basis des Lebens, die nur noch durch drei Elemente gestützt wird:

a) Das Versorgtsein, bzw. das Stehen in einem gesunden Geldfluss

b) Gesunde Beziehungen

c) Körperliche Gesundheit

Diese drei Grundelemente des Lebens sind wie die Ständer eines Dreifußes oder eines runden Tisches, der auf drei Beinen steht. Ist nur eines dieser drei Beine lädiert, fällt der gesamte Tisch um. Es ist also ein grundlegender Irrtum der gesamten Menschheit, dass es ausreiche, nur für körperliche Gesundheit oder nur für Geld oder nur für gute Beziehungen zu sorgen. Nur der Therapeut arbeitet wirklich ganzheitlich und überhaupt effektiv, dem es möglich ist, alle drei dieser Elemente gleichzeitig zu bedienen: Sowohl den Mangel im Geldfluss, als auch Beziehungsschwierigkeiten, als auch körperliche Krankheiten.

Variationsmöglichkeiten bei den Vorgehensweisen

Jedes Kind sieht ein, dass ein Kfz-Mechaniker, dessen einziges Handwerkszeug nur in einem 17er Schraubenschlüssel besteht, mit seiner Arbeit nicht sehr weit kommen kann. Er wird bereits scheitern, wenn er statt einer 17er, eine 19er Schraubenmutter zu lösen hat. In der Medizin weiß bereits jeder Student, dass sich gegen einen Migräneanfall mit Antibiotika ebenso wenig ausrichten lässt. Nicht nur für die Kfz-Branche und Medizin, sondern auch für die Psychotherapie, wie für alle denkbaren anderen Lebensbereiche gilt oder sollte gelten: Für jede Aufgabe das richtige Handwerkszeug und die geeignete Vorgehensweise.

Seltsamerweise findet dieser Grundsatz ausgerechnet in der Psychotherapie so gut wie gar keine Beachtung. Das gewöhnliche kollegiale Verhalten ist: Hat einmal jemand mit z. B. Hypnotherapie, Positivem Denken, Coaching, Psychoanalyse, Gesprächstherapie oder Familienstellen seine Laufbahn als Therapeut begonnen, werden diese Vorgehensweisen Jahrzehnte lang, oft genug das gesamte Berufsleben lang weiter praktiziert, ohne Rücksicht darauf, ob sie für den jeweiligen Fall überhaupt angebracht und wirksam sind. Das war schon so, als die Psychotherapie zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Heilkunde Einzug hielt, und bis heute hat sich kaum etwas daran geändert. Das besonders Üble daran ist das völlige Fehlen der Schmerzlosigkeit der „Experten“ gegenüber ihren Therapieversagern, zu denen es noch nicht einmal durch Inkompetenz, sondern nur durch falsche Wahl der geeigneten Vorgehensweisen kommt.

Dieses Verhalten ist nicht nur in der akademisch-klinisch orientierten Psychotherapie gang und gäbe, sondern in mindestens gleichem Ausmaß in der esoterischen Therapieszene. Da werden Rückführungen in frühere Leben praktiziert, Zeitreisen zelebriert, ohne zu fragen, ob die eigentlichen Ursachen zu einer unguten Lebenssituation eines Klienten überhaupt auf diesen Wegen gefunden und behoben werden können. Es werden "Botschaften“ des Erzengels Michael, der Muttergottes, oder Jesus gechannelt, ohne nach der Echtheit der Quellen zu fragen. Angebliche Dämonen werden „ins Licht geschickt“ und Schwarzmagische Einflüsse werden neutralisiert ohne zu fragen, ob es Solche überhaupt gegeben hat. Hier gilt vor allem das Motto: „Wenn es nur fest genug geglaubt wird, ist es auch so.“ Wie gefährlich Menschen mit solchen Einstellungen leben, beschreibt Gustav Meyrink sehr drastisch: Sie sind wie Kinder, die fest glauben, sie spielten mit einer wunderschönen Perlenkette, und die nicht wahrhaben wollen, dass sie in Wirklichkeit eine Giftschlange in Händen halten.

Erfolg

„Wenn ich an den Erfolg nur fest genug glaube, werde ich ihn auch haben“. Was von solch einem blinden Glauben zu halten ist, habe ich soeben mit diesem Zitat von Meyrink dargestellt. Wie früher auch für mich selbst, bildet dieser Spruch für ein Heer von heutigen Zeitgenossen jenes Credo, von dem obendrein auch noch gesagt wird, dass sich Millionen Menschen nicht irren können. Dass sich Millionen Menschen sehr wohl irren können, und zwar gründlich, beweist allein schon die Erfahrung, die unsere Eltern und Großeltern im Dritten Reich zu machen hatten.

Was ist also wirklich dran an dem Wort, dass man an den Erfolg nur fest genug zu glauben brauche, damit er kommt?: Betrachtet man sich diesen Begriff genauer, besagt „Erfolg“ lediglich das, was auf ein bestimmtes Handeln oder Verhalten hin erfolgt. Nicht mehr, nicht weniger. Im Grunde handelt es sich hier um eine leere Redwendung, die noch nicht einmal etwas darüber auszusagen vermag, ob Erfolg etwas Gutes oder Schlechtes ist. Gewiss ist es ein guter Erfolg, wenn man z. B. ein langgehegtes Ziel erreichen konnte oder wenn sich ein lang gehegter Wunsch erfüllt. Gerate ich aber unbeabsichtigt mit der bloßen Hand auf eine glühende Herdplatte, ist die dadurch entstehende schmerzhafte Hautverbrennung ebenfalls im Sinne des Wortes ein Erfolg. Nichts anderes, auch wenn sowas nicht gerade gut tut.

Deshalb ist es also nötig, sich eine konkrete Definition von „Erfolg“ zu schaffen. Ich persönlich rede von einem Solchen nur dann, wenn meine therapeutischen Aktionen eine Veränderung bewirkt haben, die zu einer sichtbaren Wirklichkeit geworden sind und auch im gewöhnlichen Alltag konstant bleiben. Was im Klartext heißt, dass körperliche Erkrankungen auch klinisch nachweisbar geheilt sind; dass sich eine ungute Beziehung von einem Krafträuber in eine Kraftquelle verwandelt hat; dass sich das Stehen in einem gesunden Geldfluss auch an den Umsatzzahlen und auf dem Bankkonto zeigt. Überall dort, wo solch eine sichtbar gewordene Wirklichkeit ausbleibt, lehne ich es ab, einen behaupteten Erfolg als echt anzuerkennen. Auch bei mir selbst und meiner eigenen Arbeit.

Erfolgssicherheit und ihre Grenzen

Einen Erfolg zu haben ist also das Eine. Das berühmte blinde Huhn das auch mal ein Korn findet, hat auch Erfolg, wie im vorhergehenden Artikel näher erläutert. So wie dieses, kann auch der eine oder andere Therapeutenkollege mal einen Treffer erzielen, der als schöner Erfolg in oben dargelegtem Sinn anzuerkennen ist.

Ein Anderes ist die Erfolgssicherheit. Es ist ein meilenweiter Unterschied, ob nur gelegentlich ein schöner Erfolg eingefahren werden kann, oder ob jemand seine therapeutischen Ziele mit derselben Erfolgssicherheit zu erreichen weiß, wie ein guter Handwerker seine Gewerke zu fertigen versteht. Gerade für den hilflosen Klienten gibt es eine Unzahl von Situationen, bei denen ein Mangel an Erfolgssicherheit seitens seines Therapeuten sogar existenzgefährdend sein kann. Das macht die Sicherheit, mit der ein echter therapeutischer Erfolg erreicht werden kann, genau so wichtig wie den Erfolg selbst.

Leider sind die Grenzen der Erfolgssicherheit meistens nicht feststehend, sondern variabel und obendrein auch noch oft genug so verschwommen, dass selbst ein noch so erfahrener Fachmann sie nicht mit letzter Sicherheit erkennen kann. Jedem gewissenhaften Therapeuten, der dies weiß, ist ebenso klar, dass er in puncto Erfolgssicherheit niemals auslernen wird. Irgendwas fehlt ihm immer noch. Nach meinem derzeitigen Wissensstand wird er letzte Vollkommenheit nicht erreichen können, egal auf wie viel Berufserfahrung er zurückblicken kann.

Doch so variabel und verschwommen die Grenzen der Erfolgssicherheit auch sein mögen, basieren sie dennoch auf einigen unveränderbaren Fixpunkten, die sich klar benennen und sich bei Mängeln auch schleifen lassen:

a)

Zwischen Therapeut und Klient muss die Chemie stimmen. Wenn ich mich schon im Vorgespräch mit einem Klienten nicht wohl fühle, ist es für mich das allererste Gebot, dem auf den Grund zu kommen. Ist mir dies nicht möglich, teile ich dem Klienten klar und offen mit, dass ich den Erfolg gefährdet sehe, ohne sagen zu können, warum. Die Möglichkeit, dass er deshalb wegbleibt, darf kein Hinderungsgrund zu dieser Offenheit sein. Dieselbe Offenheit, insbesondere gegenüber unangenehmen Dingen, die ihm der Therapeut vielleicht sagen muss, ist auch seitens des Klienten für eine gesunde Erfolgssicherheit Voraussetzung.

b)

Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Je klarer Therapeut und Klient ein Ziel benennen können, und je entschlossener sie es anstreben, desto mehr Rückenwind haben sie und können es desto sicherer erreichen. Diese Fähigkeit ist aber weder bei jedem Therapeuten, noch bei jedem Klienten selbstverständlich. Ein Kollege, der sich z. B. zu Vorurteilen hinreißen lässt, wie die Therapie auszugehen hat, gefährdet die Erfolgssicherheit in sehr hohem Grad. Es ist einfach ein Erfahrungswert, dass solche vorschnellen Festlegungen einfach nur falsche Spuren sind, die auf den Holzweg führen.

Frank Farelly, ein US-amerikanischer Kollege, beweist anhand zahlloser Fallbeschreibungen aus seiner Provokationstherapie, dass es auch unter Klienten viele gibt, die zwar heftig jammern und lauthals vorgeben, aus dieser und jener unguten Lebenssituation raus zu wollen. Doch bei näherem Hinsehen zeigt sich dann, dass sie sich in solchen angeblich unguten Situationen entschieden wohler fühlen als sie zeigen; dass sie z. B. aus einer psychischen Krankheit insgeheim so viele Vorteile ziehen, dass sie in Wahrheit viel lieber daran festhalten als zu genesen. Auch so kann Erfolgssicherheit gründlich unterlaufen und unmöglich gemacht werden.

c)

Als Drittes steht und fällt die Erfolgssicherheit mit der Kompetenz des Therapeuten. Hier ist es wie im Handwerk. Nur wer sein Metier beherrscht, erreicht seine Ziele. Doch wie bereits im o. g. Kapitel über die Variationsmöglichkeiten der Vorgehensweisen genauer dargelegt, reicht es nicht, sich nur auf eine einzige Methode zu fixieren. Wer als Therapeut erfolgssicher bleiben will, braucht auch entsprechende Vielfalt an therapeutischem Handwerkszeug und vor allem Kreativität bei der richtigen Auswahl desselben.

Semmelweis-Reflex: Der absolute Therapieboykott

Wird die Menschheit durch irgend eine Neuentdeckung wissenschaftlicher, technischer oder sonstiger Art überrascht, pflegt der Entdecker geehrt zu werden. Dies um so mehr, je mehr Vorteile solch eine Neuentdeckung mit sich bringt. Die höchste Ehrung diesbezüglich ist bekanntlich der Nobelpreis.

Es gibt aber Neuentdeckungen, die mindestens ebenso segensreich sind, gleichzeitig aber als Preis sozusagen fatalerweise ein Jahrhunderte oder gar Jahrtausende altes Wissen erbarmungslos als Irrtum entlarven. In solchen Fällen kann die Stimmung der Masse sehr schnell ins Gegenteil umschlagen. Dann wird unter kompletter Ausschaltung jedes gesunden Menschenverstandes der Entdecker – egal wie segensreich seine Arbeit bei objektiver Betrachtung sein mag – bestraft, als habe er ein Verbrechen begangen. Mit allen Mitteln wird da versucht, solch eine Entdeckung zu diskreditieren, sie zu diffamieren, sie totzuschweigen, den Entdecker zu demütigen, ihn in besonders schweren Fällen zu zerbrechen und ihn sogar in den Tod zu treiben. Als Beispiel sei Nikolaus Kopernikus erwähnt. Als er nachwies, dass die Erde keine Scheibe, sondern eine um sich selbst drehende Kugel ist, wäre er um ein Haar als Ketzer auf dem Scheiterhaufen gelandet. Leider sind solche Geschehnisse keine Ausnahmen, sondern die Zahl solcher unglücklicher Opfer von der Dummheit, von Fanatismus, geistiger Trägheit und versteinertem Denken der Massen dürfte Legion sein.

Diesem kollektiven selbstzerstörerischen Verhaltensmuster gab der US-amerikanische Philosoph Robert Anton Wilson die Bezeichnung „Semmelweis-Reflex“ (Wikipedia). Wohl in Anlehnung an das Schicksal von Dr. Ignaz Semmelweis, durch das dieser selbstzerstörerische Aspekt solch einer kollektiven Dummheit und Ignoranz besonders krass zum Ausdruck kommt.

Ignaz Semmelweis war Gynäkologe, lebte Mitte des 19. Jahrhunderts und leitete in Wien eine Frauenklinik. Zu seiner Zeit grassierte das Kindbettfieber in einem für heute unvorstellbarem Ausmaß. Besonders gehäuft trat es auf bei Krankenhausgeburten und bei Entbindungen in sogenannten "Entbindungsheimen". Über die Ursachen dieser Epidemie war man sich völlig im Unklaren und die Fachwelt musste absolut hilflos zuschauen, wie täglich tausende junger Frauen, die soeben entbunden hatten, wie die Fliegen dahin starben. Semmelweis war es gegeben, die Ursache dazu aufzudecken und in seinem Haus abzustellen. Er fand heraus, dass sie in nichts anderem bestand als in den unmöglichen hygienischen Zuständen, wie sie damals in den Krankenhäusern und speziell den Kreißsälen üblich waren. So setzte er in seiner Klinik durch, dass jeder vom Ärzte- Hebammen- und Pflegepersonal sich vor Betreten des Kreißsaales die Hände in Carbollösung waschen und auch sonstige Hygienevorschriften, wie sie heute selbstverständlich sind, peinlich beachten musste. Mit dem Ergebnis, dass innerhalb weniger Monate in seinem Haus die Sterberate durch Kindbettfieber auf Null gesunken war. Als er dieses Ergebnis jedoch seiner Fachwelt von damals präsentierte, wurde er zunächst ignoriert, dann verhöhnt, verspottet und ausgelacht. Schließlich schmiedeten drei Ärztekollegen eine unvorstellbar boshafte Intrige gegen Semmelweis, durch die er für verrückt erklärt und in eine psychiatrische Anstalt zwangseingeliefert wurde. Schon zwei Wochen später starb er dort unter bis heute ungeklärten Umständen. Vermutlich ließ er sich in seiner Wut über diese Ungerechtigkeit auf eine tätliche Auseinandersetzung mit Pflegekräften ein wobei der entweder absichtlich erschlagen wurde oder durch einen unglücklichen Unfall zu Tode kam. Doch junge, starke, frisch entbundene Frauen starben weiterhin an Kindbettfieber zu Tausenden, bis die Semmelweisschen Erkenntnisse gute zehn Jahre später endlich auch von anderen aufgegriffen und umgesetzt wurden.

Allerdings tritt diese zerstörerische geistige Trägheit und dieses versteinerte Denken nicht allein nur in der Masse auf. Auch der einzelne Mensch kann davon befallen sein. Mit fatalen Folgen für eine Therapie. In einer gewissenhaft und sachgemäß durchgeführten aufdeckenden Psychotherapie kommt es quasi in jeder Sitzung zu Erkenntnissen, die nicht nur alte Denkgewohnheiten auf den Kopf stellen, sondern die sogar ein ganzes Weltbild über den Haufen werfen können. Hier hängt der therapeutische Erfolg nicht mehr vom Therapeuten ab, sondern einzig und allein von der Frage, ob der Klient bereit, gewillt und geistig flexibel genug ist, um diese neue Erkenntnis an sich heran zu lassen. Wo dieses nicht der Fall ist, wo das Denken des Klienten zu versteinert und festgefahren ist, da ist es, als habe der Therapeut einen Scheinwerfer auf den Kern des Übels gerichtet, aber statt hinzusehen, verschließt der Klient die Augen und stellt sich dumm. Die zerstörerischen Folgen von diesem Verhalten kann ihm niemand abnehmen.

Wunder

Obwohl ich nicht gläubig im Sinne von guten Christenmenschen bin (bereits 1970, als es noch gar nicht im Trend der Zeit lag, trat ich aus der Katholischen Kirche aus), reiste ich im Herbst 2001 nach Lourdes. Man hörte soviel von Wundern, die dort geschehen sollen, und meine Hauptmotivation war lediglich die berufliche Neugier. Ich hielt mich zwei Wochen lang dort auf, und als ich zurück kam, war ich nicht mehr der, der ich vorher gewesen war. Ich hatte das erlebt, was im Allgemeinen als Wunder bezeichnet wird.

Dort lernte ich Crystal kennen, eine damals etwa vierzigjährigen Engländerin und freundete mich mit ihr an. Durch einen schweren Verkehrsunfall, den sie mit Anfang zwanzig erlitten hatte, war sie von der Hüfte an abwärts fast gelähmt. Zeitweise musste sie den Rollstuhl benutzen, doch wo immer es möglich war, benutzte sie zwei Krücken zum Gehen, mit denen sie allerdings nur sehr schwer voran kam. Das Unfassbare geschah in diesen zwei Wochen, eines Abends gegen 22 Uhr nach der Lichterprozession. Es war schon dunkel. Ich hatte an dieser Prozession teilgenommen und schlenderte anschließend, es war ein milder Herbstabend, zusammen mit noch etwa hundert Menschen auf dem Platz vor der Grotte am Massabielle herum. Plötzlich sah ich Crystal in der Menge. Sie stand etwa sechs Meter von mir entfernt. Ich sah, wie sie ihre beiden Krücken einem zufällig neben ihr stehenden Mann übergab und versuchte, frei zu gehen. Es gelang ihr. Sie ging völlig frei, ohne jede Hilfe. Solange ich sie kannte, kam sie nur mit Hilfe dieser Gehstützen und mit diesen auch nur außerordentlich schwer vom Fleck. Jetzt aber konnte sie ohne diese plötzlich frei und leicht gehen. Sie ging etwa 50 Meter weit durch die Menschenmenge, kam dann zurück, nahm ihre Krücken wieder an sich, ging nach vorne zu der Brüstung, die sich vor der Quelle befindet und warf sie drüber. Fassungslos eilte ich zu ihr. Was ich ihr sagte, weiß ich nicht mehr, auch nicht, was sie mir antwortete. Doch sie war mindestens ebenso fassungslos wie ich. Seitdem kann Crystal wieder gehen, als habe es diesen Unfall in ihren jungen Jahren nie gegeben. Später, als wir wieder zu Hause waren, hielten wir noch etwa gut zwei Jahre lang Email-Kontakt. Von da her weiß ich, dass sie jetzt von den Folgen jenes Unfalles komplett geheilt ist und keinen Rückfall erlebte.

Ein Wunder? Darüber mag diskutieren wer es für richtig hält. Der im dritten Jahrhundert unserer Zeit lebende Heilige Augustinus, der heute als einer der bedeutendsten Kirchenlehrer des Mittelalters gilt, hatte zu dieser Frage eine ganz eigene und bis heute exotisch anmutende Ansicht: „Wenn Gott ein Wunder geschehen lässt, hebt er damit nicht seine von ihm selbst geschaffenen Natur- und Schöpfungsgesetze auf. Er zeigt uns mit solch einem Geschehen nur, wie mangelhaft es um unser Wissen um seine Natur- und Schöpfungsgesetze bestellt ist.“ Damit spricht Augustinus mir persönlich aus der Seele. Wer etwas, das man im Moment nicht erklären kann, gleich als Wunder bezeichnet und als Begründung sagt „Gottes Wege sind unergründlich“, macht es sich leicht. Sich aber auf den Weg zu machen, um die Hintergründe zu erforschen, die göttlichen Natur- und Schöpfungsgesetze eben, die solch ein Geschehen erst möglich machen, das hat eine ganz andere Qualität. In diesem Zusammenhang wird eine andere Frage mindestens ebenso interessant: Muss man eigentlich erst nach Lourdes fahren um ein Wunder zu erleben?

Als sich der britische Augenchirurg James Braid vornahm, das Phänomen der Hypnose zu erforschen, gelang ihm Mitte des 19. Jahrhunderts vor den Augen der Wissenschaft ein Experiment, das man damals ebenfalls für ein Wunder hielt: er suggerierte einem sich in Trance befindenden Probanden, er berühre ihn jetzt an der nackten Haut mit einer brennenden Zigarette. Er berührte ihn auch, jedoch nicht mit der Glut einer Zigarette, sondern mit einem einfachen hölzernen Stäbchen. Prompt geschah das Unfassbare: An dieser berührten Stelle bildete sich eine Brandblase, als sei die Haut tatsächlich von einer brennenden Zigarette berührt worden. Recht bald danach sah man jedoch davon ab, in diesem Phänomen ein Wunder zu sehen. Einfach deshalb, weil es sich in den verschiedensten Variationen so oft reproduzieren ließ, dass der Impuls, sich darüber noch zu wundern, schließlich ausblieb. Obwohl bis heute noch niemand wirklich weiß, auf welche Weise unsere Schöpferkraft solche Erscheinungen zustande bringt. Wunder geschehen also nicht nur in Lourdes. Es gibt sie an jeder Straßenecke, auch wenn sie nicht unbedingt spektakulär sein müssen. Es ist genau so, wie es Katja Ebstein in ihrem Lied „Wunder gibt es immer wieder...“ singt. Man muss nur die Augen aufhalten, um sie zu sehen.

Aber eine weitere Frage tut sich auf. Wiederum Stichwort Lourdes: Bekanntlich wird dieser Ort Jahr für Jahr von etwa 5 Millionen Pilgern bereist, die alle auf Heilung hoffen, und von denen die meisten sogar auch noch tief gläubig sind. Wie kommt es, dass von all diesen immer nur ganz Wenige diese Gnade erleben wie Crystal, die, wie ich von ihr sehr genau weiß, ganz und gar nicht besonders gläubig ist? Auch die Liste solcher Geschehen, wo unzählige tiefgläubige Menschen vergeblich auf die Gnade eines Wunders hoffen, während nur ein paar ganz wenige Menschen in ihren Genuss kommen, ist ebenfalls sehr lang. Nicht nur bei Spirituellem. Lottospielen ist z. B. auch eine reine Glaubensangelegenheit. Ich selbst glaube nicht daran und folgerichtig spiele ich auch nicht. Dennoch füllte ich vor vielen Jahren einmal aus Jux einen Lottoschein aus und gewann prompt 16 800 DM.

Die Bibel behauptet, dass der Glaube Berge versetze, und nicht nur die Priester der Christen, auch die des Islam und der Juden lehren, dass alles Heil der Welt im Glauben zu finden sei. Obwohl uns der Alltag an unzähligen Beispielen tagtäglich beweist, wie trügerisch diese Ansicht ist, halten die Massen daran fest wie am Lottospiel in der Hoffnung, dass sie der Tippschein eines Tages reich mache, und dass sie dann über alles Glück der Welt verfügten. Hier erhebt sich die dritte Frage: Wenn Wunder zwar an jeder Ecke, aber so total unkontrolliert und unzuverlässig geschehen und wenn sich der Glaube an sie als eine derart hohle Nuss erweist, was wirkt denn wirklich so zuverlässig, dass man sich darauf verlassen kann? Wo liegt der echte Schlüssel? Diese Frage erhält besondere Brisanz in schwierigen Lebenssituationen, die uns am Rand der Verzweiflung halten, und bei denen wir schon seit Jahren vergeblich die unmöglichsten Verrenkungen versuchen, um sie zu meistern. Meine Antwort darauf ist schon dem oben Gesagten zu entnehmen:

Der echte Schlüssel liegt in der Schöpfungskraft. Wozu diese fähig ist, können uns Geschehnisse zeigen, wie die in Lourdes, wie jenes Hypnoseexperiment von Braid und wie die unzähligen kleinen Wunder, wie sie uns jeden Tag begegnen. Auf einem anderen Blatt steht allerdings, ob das, was sie schafft, uns auch wirklich gut tut. Bei all ihrer unvorstellbaren Kreativität ist diese Schöpferkraft nämlich nicht in der Lage, zu unterscheiden, ob das, was sie da tut, zu unserem Segen gereicht oder uns ins Verderben treibt. Sie ist wie das Feuer, dem es egal ist, ob es im Winter unser Haus wärmt, unser Auto ins Laufen bringt oder ob es unser ganzes Hab und Gut vernichtet.

Bezüglich des Feuers ist oben bereits gesagt, dass es lediglich eine Frage der Lenkung ist, ob es für uns zum Segen oder zum Verderben wird. In Bezug auf unsere Schöpferkraft liegt ebenfalls genau hier der Generalschlüssel. Wenn jemand stets vom Pech verfolgt ist und von einer unguten Lebenssituation in die andere fällt, ist das kein Zeichen, dass sich Gott von ihm abgewandt hat. Es ist kein Beweis dafür, dass dies ein unabwendbares Schicksal ist und auch kein Karma, das den Betroffenen zu lebenslangem stetem Leiden verdammt. Nach meiner Lesart ist eine ungute Lebenssituation lediglich die sichtbar gewordene Auswirkung einer unbewusst falsch gestellten Weiche, wodurch die Schöpferkraft des Betroffenen so gelenkt ist, dass sie zerstört, statt aufzubauen. Nicht mehr, nicht weniger. Um dem abzuhelfen reicht es aus, diese falsch gestellte Weiche im Dunkel des Unbewussten ausfindig zu machen und zu korrigieren. Wo dies gelingt, kann ohne Weiteres das geschehen, was weniger Informierte mit „Wunder“ bezeichnen.

In alter Zeit glaubte man, dies könne nur der Druide, die Weise Frau, der Schamane. Mit der Verbreitung des Christentums im Abendland glaubte man, nur der Priester als Stellvertreter Gottes sei mit der Gnade ausgestattet, mit seinen Sakramenten, Gebets- und Segenssprüchen die Heilung vom Himmel zur Erde zu bringen. Dieser Glaube an die Magie der Religion verlor nach und nach an Bedeutung, als man ab dem 19. Jahrhundert zu erkennen begann, dass man mit seinen Gedanken die Richtung der Schöpferkraft beeinflussen kann. An die Stelle des Gebetes trat das Positive Denken, und der Priester verlor seine Bedeutung zugunsten des Coach. Doch wie unzuverlässig aber auch diese Vorgehensweisen sein können, weiß Jeder, der vergeblich versucht hat, damit seine unguten Lebenssituationen zu bewältigen. Wie ich; siehe oben.

Als ich mich seinerzeit entschloss die Naturheilkunde hinter mit zu lassen und mich ausschließlich der Psychotherapie zuzuwenden, hatte ich gerade die Folgen dieser Unzuverlässigkeit, wegen denen ich mit meiner Familie jahrelang am Rande des Existenzminimums dahin schlidderte, am eigenen Leib erlebt. Das hatte meinen Ehrgeiz zu einer höchstmöglichen Zuverlässigkeit und Erfolgssicherheit zu finden, wahrscheinlich mehr angestachelt als beim Durchschnitt der Kollegenschaft der Fall. Eines meiner wichtigsten Vorbilder dabei war mein Vater. Er war Schmied. Allein schon das Zusehen beim Pflegen der Hufe eines zu beschlagenden Pferdes konnte mir einen fast körperlich spürbaren Genuss bereiten. Das Allerhöchste war dann, zu sehen, wie gut es dem Tier ging und wie wohl es sich mit seinen neuen Eisen fühlte, wenn die Arbeit gemacht war. So gut, so sauber, so erfolgssicher und zuverlässig wollte ich auch meine Arbeit im psychotherapeutischen Bereich sehen. Dass das Gros der Kollegenschaft meine Haltung nicht nachvollziehen und ich immer ein Exot unter ihnen sein würde, war klar. Doch das störte mich nicht. Es war mir ein Herzensbedürfnis und nur das zählte.

Besondere Therapiemethoden musste ich dazu ja nicht mehr entwickeln. Das haben mir schon Lehrer und Vorgänger wie Bert Hellinger, Morris Netherton und Ingrid Vallieres abgenommen. Doch auch gute Therapiemethoden gewährleisten allein noch lange keinen Erfolg. Es sind lediglich Handwerkszeuge und gerade bei Handwerkern sieht man es besonders gut. Während der eine sein Werkzeug elegant wie ein Künstler benutzt und jeder Handgriff sitzt, hat ein anderer, obwohl er dasselbe gelernt hat, zwei linke Hände und bekommt nichts zuwege. Die Geschicklichkeit im Umgang mit den mir zu Verfügung stehenden Mitteln: Hierauf kam es an, hier war zu Verbessern, zu Polieren, zu Feilen, hier war noch Raum, und in der ersten Zeit, nachdem ich die Naturheilkunde hinter mir gelassen hatte und mich nur noch rein psychotherapeutisch betätigte, hängte ich Jahre und viel Geld daran, um mich hier zu vervollkommnen.

Heute, Jahrzehnte danach, darf ich sagen, dass ich mein Ziel von damals hinsichtlich Erfolgssicherheit erreicht habe und dass sich meine diesbezügliche Vorstellung verwirklichte. Jedoch mit einer sehr konkreten Ausnahme, bei der ich die Finger weglasse, wo immer ich kann: Wo mir mit geistiger Trägheit begegnet wird, mit Starrsinn, Besserwisserei und Rechthaberei, wo man sich gegenüber unangenehmen Wahrheiten dummstellt, statt sich mit ihnen auseinander zu setzen, womöglich bis hin zum oben beschriebenen Semmelweis-Komplex, habe ich keine Macht. Dessen bin ich mir nur allzu bewusst. Ob es ihm passt oder nicht: Mit den Folgen einer solchen selbstzerstörerischen Haltung muss der Betroffene selber zurecht kommen. Oder schlimmstenfalls sogar daran zugrunde gehen. Gegen solche selbstzerstörerischen Geisteshaltungen anzukämpfen liegt außerhalb meiner Kompetenz.

Wo jedoch Klient und ich zu einer Einheit finden konnten, als würden wir in einem Boot sitzen, ist es kein Hexenwerk, die unbewussten Ursachen zu einem schlecht laufenden Geschäft aufzustöbern und zu beheben, in unglücklichen Beziehungen die Ohnmacht gegenüber Krafträubern in Handlungsfähigkeit umzuwandeln oder den Ursachen zu bisher austherapierter Migräne, Asthma oder Hautkrankheiten so beizukommen, dass der Erfolg auch im normalen Alltag wahrgenommen werden kann.

Hierzu muss ein Therapeut kein Heiliger sein, kein Illuminat, kein Freimaurer der Hochgrade, kein Avatar, kein Schamane, kein Guru und was es sonst noch so in der Eso-Szene gibt. Nur eines muss er können: Sein Handwerk verstehen. Doch das muss auch jeder Schmied, jeder Schreiner, jeder Zimmermann, jeder Autoschlosser.