Familienaufstellen

In den 1960er Jahren wurde die Therapielandschaft um eine völlig neue therapeutische Vorgehensweise bereichert, welche von Bert Hellinger kreiert worden war. Ursprünglich war Hellinger ein katholischer Ordensmissionar, der in Südafrika u. a. lange Jahre eine Missionsschule leitete. Sein enger Umgang mit den Eingeborenen und deren Clans bildete die Basis für jene späteren Erkenntnisse, welche ich persönlich für einen Segen für die ganze Menschheit halte. Inzwischen erfreut sich das Familienstellen eines derart breiten Bekanntheitsgrades, dass hier weitere Erläuterungen und Erklärungen überflüssig werden.

Doch obwohl Hellinger dieses hocheffiziente therapeutische Handwerkszeug namens “Familienstellen” selbst kreierte, ist er in der Art und Weise wie er es handhabt und auch seinen Umgang damit lehrt, umstritten. Auch ich, obwohl ich zu seinen ehemaligen Schülern gehöre und ihm zweifelsohne viel zu verdanken habe, hatte gute Gründe, mich von ihm und der großen Schar seiner Anhänger entschieden zu distanzieren.

Einer dieser Gründe bestand in unserer unterschiedlichen Auffassung darüber, wann genau ein therapeutisches Ergebnis als gut zu bezeichnen sei: Hellinger vertrat und lehrte die Ansicht, dass dies erreicht sei, wenn beim Schlussbild einer Aufstellung alle Beteiligten alle an ihrem richtigen Platz stünden und dies durch Wohlbefinden bekundeten. Um dem noch den Punkt auf das i hinzuzufügen lehrte er dazu weiter, dass man es unbedingt dabei auch belassen müsse und auf gar keinen Fall eine Erfolgskontrolle im Alltag durchführen dürfe.

Ein solches Ergebnis ist mir zu unverbindlich und verschwommen. Nach meinem Anspruch ist das Ergebnis erst dann zufriedenstellend, wenn es im Alltag wahrgenommen werden kann und da auch konstant anhält. Das darf / muss sehr wohl kontrolliert werden. Besteht beispielsweise das Anliegen eines Aufstellenden, einem schlecht laufenden Unternehmen auf die Beine zu helfen, ist nach meinem Verständnis das therapeutische Ergebnis erst dann befriedigend erreicht, wenn sich die Zahlen auf dem Bankkonto entsprechend positiv verändern. Geht es um Beziehungsschwierigkeiten, muss sich eine Beziehung von einem Krafträuber in eine Kraftquelle verwandelt haben, damit von einem guten Therapieergebnis gesprochen werden kann. Liegt eine gesundheitliche Belastung vor, ist ein gutes Ergebnis dann erreicht, wenn sich z. B. die Migräne aufgelöst hat und auch Rückfälle ausbleiben. Die Lesart von Hellinger und seinen Epigonen, wann ein gutes Ergebnis erreicht sei, ist mir entschieden zu unverbindlich.

Viele Jahre lang habe ich das Familienstellen in Gruppenseminaren durchgeführt. Weil ich aber einen Weg fand, in Einzelarbeit mittels Symbolfiguren zu den selben Ergebnissen zu kommen, benötige ich für diese Arbeit keine Gruppen mehr. Der Vorteil liegt auf der Hand. Stelle ich bei einem Klienten die Notwendigkeit einer Aufstellung fest, kann ich sofort reagieren und muss diesen Menschen nicht erst warten lassen, bis sich wieder eine Gruppe zusammen gefunden hat.

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